Ist das Medikament entdeckt worden, dass Frauen, die an einer Verminderung der Libido (Liebeslust) leiden, hilft?

Ein neues Medikament, das die Beförderung von Chemikalien im Gehirn beeinträchtigt, kann Frauen helfen , die an einer Verminderung der Libido leiden

Eine 53-jährige Spanierin suchte medizinische Hilfe, nachdem sie anfing, an einer Verminderung der Libido leiden. Diese gesundheitliche Störung, an der 9% -16% aller Frauen leiden, beeinflusst die Lebensqualität der darunter leidenden erheblich. Die Ärzte von "A" am staatlichen Institut für Gynokologie in Madrid, sagten, dass das Problem zwar häufig auftritt und sehr bekannt ist, sie es jedoch schwierig fänden, eine Lösung zu finden.

In einem Artikel, der im vergangenen Juni in der wissenschaftlichen Zeitschrift " Maturitas" veröffentlicht wurde, erklärten sie, dass "A" und weitere Frauen, die sich über das gleiche Probleme beklagten,vor allem mit dem weiblichen Hormon Östrogen, manchmal auch mit dem männlichen Hormon Testosteron behandelt würden.Aber nicht alle Behandlungen hatten Erfolg. "Die kombinierte Behandlung mit Östrogen und Testosteron oder Testosteron allein, sollte individuell angepasst sein", hieß es. Die Autoren des Artikels schlugn weitere Untersuchung des Phänomens vor, um die Qualität der medizinischen Behandlung von sexueller Dysfunktion bei Frauen zu verbessern.

Es ist möglich, dass ein neues Medikament, das vom deutschen Pharmakonze entwickelte "Boringer - Ingelheim" eine bessere Lösung für das Problem ermöglicht. Das Unternehmen stellte ermutigende Ergebnisse bei der Entwicklung einer neuen Droge namens Flibanserin vor: Es verbessert das sexuelle Verlangen der Frauen, die von Störungen in diesem Bereich leiden.Ursprünglich war es als Antidepressivum für psychiatrischen Patienten entwickelt worden. Das Medikament wirkt sich auf die Bewegung der Chemikalien Serotonin und Dopamin (die u.a. auch die Gemütsstimmung zu verbessern helfen) im zentralen Nervensystem des Gehirns aus.

Das Medikament ist jetzt in seiner letzte Entwicklungsphase Phase vor dem Antrag auf öffentliche Vermarktung. Die Forscher der Universität von North Carolina in den Vereinigten Staaten untersuchten die Wirksamkeit des Medikaments auf 1378 erwachsenen Frauen vor den Wechseljahren, die in einer stabilen heterosexuellen Beziehungen sind unt unter Störungen der Libido leiden, sowie mindestens einem Monat lang mit anderen Medikamenten behandelt wurden. Die Studie wurde in 77 Úniversitätskliniken in den USA und Kanada durchgeführt.

Die Ergebnisse wurden in diesem Monat auf einer Konferenz der europäischen Gesellschaft für Sexualmedizin (ESSM) in Lyon, Frankreich, vorgestellt. Dabei wurde gezeigt, dass die Verabreichung einer Dosis von 100 mg des Medikaments vor dem Schlafengehen bei Frauen das sexuelle Verlangen verbessert hat.Während der Studie, die 24 Wochen dauerte, berichteten Frauen, die mit dem Medikament behandelt wurden, über einen Anstieg der sexuellen Aktivität - zwischen 2,8 und 4,5 mehr Aktivität pro Monat. Bei der Kontrollgruppe, die mit einem Placebo behandelt wurde, erhöhte sich die Zahl der sexuellen Aktivität um 2,7 - 3,7 Mal pro Monat. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch signifikant.

Stimmungs-Probleme

Das Heilmittel Haplibenserin erinnert einen an den Anfang von Viagra, das die sexuelle Funktion bei Männern verbessert. Seit Viagra vor 11 Jahren zur Vermarktung zugelassen wurde, war sie ein medizinisches und wirtschaftliches Erfolg und führte auch zur Entwicklung konkurrierender Heilmittel - Cialis und Levitra. Wie Flibenserin, das ursprünglich als Psychopharmaka ewickelt wurde, wude Viagra ursprünglich entwickelt, um Herz-Patienten zu behandeln. Doch nicht alle Experten Ansturm krönen Haplibenserin als nächster Riesenerfolg. "Es gibt nur erste Ergebnisse, noch nicht aber einen bedeutenden Durchbruch", sagte der Leitder Neurologieabteilung im "Rambam Medical Center", Prof. Dr. Yoram Vardi.

Die moderne Medizin hat Schwierigkeiten, sexuellen Funktionsstörungen von Frauen zu behandeln. Die Probleme sind: Verminderte Lust, die Unfähigkeit, einen Orgasmus zu erreichen, sexuelle Erregungsprobleme und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Die Forscher hoffen, dass bei der Behandlung mit Haplibenserin Probleme der Libido geholfen werden können. Heute bestehen die meisten Behandlungen gegen dieses Problem aus Medikamenten zur Verbesserung der hormonellen Leistung. Auch verabreichen Ärzte manchmal das Medikament "Seiben", ursprünglich zur Raucherentwöhnung eingesetzt, um den Orgasmus bei Frauen zu beschleunigen. Außerdem wurden Heilmittel für eine lokale Behandlung der Vagina entwickelt, um Schmerzen bei sexuellen Kontakt zu behandeln.

Bisher hat man jedoch keine wirksame natürliche Substanzen gefunden, die die sexuelle Funktionsfähigkeit bei Frauen beeinflusst. Allerdings berichteten US-amerikanische Forscher im Mai 2005 in der Zeitschrift "Journal of Sexual Medicine" auf möglichen Zusammenhang zwischen Soja-Verzehr und der Steigerung des sexuellen Verlangens.Der Artikel beschreibt die Geschichte einer 44-jährige Frau aus New York, die unter vermindertem sexuellen Verlangen litt und die es sich zum Ziel gemacht hatte, 15 Mal pro Tag einen Orgasmus zu erreichen. Die Untersuchung ergab, dass sie in den vorangegangenen Monat einen hohen Anteil an Soja-Produkte konsumiert hatte - bis zu 1,8 kg pro Tag. Drei Monate später, nach einer kontrollierten Reduktion des Verbrauchs von Soja, war das Problem gelöst.

Vor einem Jahrzehnt, als Viagra im Markt eingeführt wurde, gab es einige Ärzte in lsrael, die das Medikament auch vereinzelt Frauen verschrieben. Der Hersteller von Viagra, Pfizer - er hat sich seitdem zu den weltweit größten Pharma-Unternehmen entwickelt- hatte gehofft, den höchsten Umsatz in diesem Bereich zu erhalten. Allerdings gelang es der Studie hervorgeht, dass das Medikament keine Auswirkungen auf die Verbesserung der sexuellen Funktion von Frauen hat. Im Februar 2004 verkündigte das Management von Pfizer, das es sich nach acht Jahren der Erforschung und Erprobung von Tausenden von Frauen, den Versuch aufgibt, die Wirksamkeit des Heilmittels bei Frauen zu beweisen.

Anreiz ohne Genuß

"Viagra erhöht den Blutfluss zum Geschlechtsorgan bei beiden Geschlechtern, aber im Gegensatz zu Männern hat sich bei Frauen das subjektive Gefühl nach der Behandlung nicht geändert, und die erhöhte Durchblutung schaffte nicht nicht unbedingt mehr sexuellen Genuß", erklärt der Leiter der Universitätsklinik in Reut (Israel), Dr. Rafi Cheruti. "Frauen können ein durchblutetes Geschlechtsorgan haben, Pornofilme anschauen und nach objektiven Standpunkten sexuell erregt sein, und trotzdem berichten, dass sie es nicht genießen.

Mechanismen der sexuellen Lust bei Frauen sind komplizierter als die Mechanismen der Lust bei Männern, die vor allem auf die Fähigkeit zur Erektion hinauslaufen. Prof. Vardi sagte, dass Haplibenserin ähnlich wirkt wie Delfuktivin- ein Medikament gegen vorzeitige Ejakulation bei Männer, hergestellt von der Firma "Johnson & Johnson", die immer noch unter Aufsicht der "U. S. Food and Drug Administration" (FDA) und des Gesundheitsministerium in Israel hergestellt wird. Ihr Einsatzn wurde bisher nur in sieben Ländern in Europa genehmigt."Erwartete Nebenwirkungen bei Medikamenten dieser Art sind in der Regel Übelkeit, Erbrechen, und Schläfrigkeit, Effekte, die in der Regel nicht sofort auftreten", sagte Vardi, "noch ist es zu früh zu beurteilen, ob die Ergebnisse bei Haplibenserin Erfolg verprechen.Es ist aber das erste Medikament, das bei nicht hormonellen Frauen durchgeführt wurde, und das hat hier die wichtigste Bedeutung.

Nicht nur die Schwierigkeit bei der Forschung stellt ein Problem bei der Entwicklung von Medikamenten zur Verbesserung der sexuellen Funktion bei Frauen dar. Laut Dr. Cheruti hinkt "in der Regel die Entwicklung von gesundheitsverbessernden Medikamenten für Frauen denen von Männern eine Generation hinterher. Erst vor kurzem entwickelte sich der Bereich von geschlechtsspezifischer Medizin, bei der zielgerichtete Therapien für Frauen Priorität haben. Im vergangenen Jahr wurde in Israel die "Gesellschaft für geschlechtsspezische Medizi" gegründet. Sie wird von Prof. Mark Gelsermann vom Beilinson Krankenhaus geleitet. Ihr Ziel ist die Förderung der Forschung, die sich der Behandlungen von Frauen widmet.

"Im Gegensatz zu Männern müssen bei der Behandlung von Frauen mit sexuellen Funktionsstörungen psychosoziale Aspekte mehr in Betracht gezogen werden", sagt Cheruti. Übrigens ist die Erfolgsquote bei der Behandlung der sexuellen Funktionsstörungen von Männern mit Heilmitteln der Viagra-Familie nur bei etwa 80% der Behandelten wirksam. Es gibt Männer mit Erektionsstörungen, für die die einzig mögliche Lösung eine psychosoziale Behandlung ist (kombinierte Psychotherapie und medikamentöse Behandlung).

In diesem Monat in Europa wurde auf einer Konferenz die ersten Ergebnisse einer israelische Studie vorgestellt, die ergab, dass Stoßwellen-Behandlung-Technologie, die für die Zerkleinerung von Nierensteinen eingesetzt wird, auch die sexuelle Funktion der Menschen verbessern und Drogenabhängigkeit verringern kann. Die von einem Team unter Leitung von Dr. Vardi durchgeführte Studie untersuchte 20 Patienten mit Herzerkrankungen und sexuelle Funktionsstörungen, die mit einem Heilmittel der Viagra-Familie behandelt wurden. Dabei wurden an den Penisen der Probanden winzige Gerät in der Größe von zehn Zentimeter befestigt die mit niedriger Intensität Schockwellen verschickten, die jedoch nur ein Neuntel der erforderlichen Schockwellen zur Zerkleinerung von Nierensteinen waren. Das Gerät wurde an fünf Standorten auf den Penis jedes Patienten angebracht, wobei die Schockwellen für je zwei bis drei Minuten in aktiviert wurden.

Die Behandlung dauert etwa fünfzehn Minuten, und wurde zweimal pro Woche in einem Zeitraum von drei Wochen durchgeführt. Nach drei Wochen wurde die Behandlung unterbrochen. Danach wurde eine Serie von anderen Behandlungsmethoden angewandt. Vor Beginn der Behandlung mussten die Patienten den Benutz von Medikamenten abbrechen. Ein Monat nach der Behandlung wurde bei 15 Patienten (75%) eine signifikante Verbesserung der sexuellen Funktion festgestellt. Drei Monate später brauchen acht Patienten noch immer keine Medikamente. Eine weitere umfangreiche Studie wird derzeit geplant.

CIALIS 36 stunden